Hier veröffentliche ich mein Redemanuskript für die Begrüßung zur Mitgliederversammlung am 26.08.2020.

Rechtschreibung und Grammatik bitte ich zu entschuldigen, es ist eigentlich nur als persönliche Gedankenstütze konzipiert gewesen.

 

Liebe Genossinnen und Genossen,
Liebe Freundinnen und Freunde,
Liebe Gäste,

wir hatten im letzten Monat zwei Geburtstagskinder,
zum einen unser jüngstes Mitglied:
XXXXXXXXXX
des weiteren mein lieber Vorstandskollege und unser Kassier:
Prof. Ekkehard Stibbe

und aus diesem Grund möchte ich alle Anwesenden um ein dreifaches "Hoch" für unsere lieben Geburtstagskinder bitten:

Sie leben...
Sie leben...
Sie leben...

Ich freue mich,
heute hier so viele Genossen, Freunde und Gäste begrüßen zu dürfen.

Wer mich kennt, der hat mindestens eine Ahnung davon, was ich unter dem Begriff "SPD" als Erwartung formuliere...
...und welche Differenzen zur Realität ich regelmäßig aufzeige.

Als Beispiel möchte ich erwähnen,
dass gerade in der SPD
Meinungen von der Basis zu Spitze transportiert werden sollten.

Ein reiner Funktionärswahlverein,
ist eine für mich vollkommen unerträgliche Vorstellung.

Dass Abstimmung und Austausch auf Ortsvereinsebene gerade innerhalb des Kreises und der Region eine Selbstverständlichkeit sein sollte und nicht durch Bürokratie und in meinen Augen fadenscheinigen Datenschutzerwägungen erschwert und damit teilweise unterbunden,
ist für mich offensichtlich notwendig.
Ich möchte auch von meinem Versuch berichten, die Vorsitzenden der anderen Ortsvereine im Enzkreis anzusprechen.

Dies war mir bisher leider nicht möglich.

Kreisvorstand und Regionalzentrum haben mir unabhängig voneinander mitgeteilt, dass die Daten der Vorsitzenden aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt werden können.

In meinen Augen ein unerträglicher Zustand.

Wenn ich das Amt des Vorsitzenden eines Ortsvereins antrete, dann muss damit meiner Meinung nach kongruent auch die Einwilligung der Weitergabe der notwendigsten Kontaktdaten zur Kontaktaufnahme mit eben diesem Ortsverein einhergehen.

Die SPD zeigt hier meines Erachtens ein ganz schlechtes Bild,
indem Abstimmung und Koordinierung innerhalb der Parteibasis praktisch unterbunden werden.

Manchmal hatte ich in den letzten Jahren das Gefühl, ich bin mit diesen Gedanken allein.
Aber heute kann ich sagen:
Ich weiß, es gibt viele,

die ähnliche Wahrnehmungen und Empfindungen zur SPD und ihren Strukturen haben.

Diese Abweichungen meiner Wahrnehmung der SPD,
vor allem Ihrer Amts und Mandatsträger im Tagesgeschäft,
sind das, was für mich eine Motivation ausmacht, hier für unsere Partei,
unsere Freunde und Mitmenschen etwas bewegen zu wollen.
Ich will teil sein, einer Gruppe von Menschen.

Einer Gruppe von Menschen, die es sich zum Ziel setzen möge, Entscheidungen und Meinungen wieder von der Mehrheit zu den Funktionsträgern zu transportieren und auf deren Umsetzung gemäß unserer gemeinsamen Werte zu bestehen.

Es darf nicht sein, dass Bürger in unserem Land den Eindruck haben, demokratische Mandatsträger würden Ihre erste Priorität im eigenen Postenerhalt suchen.

Um dieses, vielleicht utopische Ziel zu verfolgen,
müssen wir aber auch wieder über die eigentlich selbstverständlichen Werte sprechen, und am Anfang steht da für mich ein wesentlicher Begriff:

Solidarität.

Aus dieser Überlegung heraus habe ich bereits in der Einladung zu diesem Treffen die Idee einer offenen Diskussion
zum Autausch über ebendiesen Begriff,
und über die Begriffe Daseinsfürsorge und Gerechtigkeit formuliert.

 

Der Begriff der Solidarität stellt für mich die Basis unserer gemeinsamen Grundwerte dar.

Genauso wichtig ist es aber eben auch, die daraus folgenden Gedanken und Ideen zu verfolgen.

Was bedeutet "Solidarität" denn für die Umsetzung des ÖPNV?
Für Art und Umfang von Sozialleistungen?
Für das Steuersystem?
Für das Strafrecht?

Gewiss kann man einwenden, das alles geht über das Maß der Möglichkeiten unseres Ortsvereins hinaus.

Doch wenn nicht hier,
in den Keimzellen unseres demokratischen Staates,
wo dann sollte jeder die Möglichkeit bekommen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen?
Meinungen und Ansätze zu diskutieren?
Potentielle Lösungen auf wichtige Fragestellungen zu finden?

Wo wenn nicht im Ortsverein?

Wo, wenn nicht hier, kann jeder Bürger Unterstützung suchen, der gegenüber dem Rathaus, sich in Unterzahl und unterlegen fühlt?

Hier im Ortsverein,
das ist meine tiefste, innere Überzeugung.

Danke.

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